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Artikel: Burma-Katze: Herkunft, Charakter, Haltung & Pflege im Überblick

Burma-Katze
Katzenrassen

Burma-Katze: Herkunft, Charakter, Haltung & Pflege im Überblick

Die Burma-Katze stammt ursprünglich aus Südostasien – genauer gesagt aus Myanmar (ehemals Burma). Ihre Geschichte beginnt in den 1930er-Jahren, als eine kleine braune Katze namens Wong Mau aus Burma in die USA gebracht wurde. Dort wurde sie mit Siamkatzen gekreuzt, um die heutige Rasse zu etablieren. In Europa wurde die Burma-Katze ab den 1950er-Jahren bekannt.

Aussehen der Burmesenkatze

Kopfform und Körperbau

Es gibt zwei Haupttypen der Burmesenkatze: die traditionelle (britische/europäische) und die moderne (amerikanische) Linie.

Die europäische Variante ist schlanker, mit keilförmigem Kopf, großen spitzen Ohren, mandelförmigen Augen und langen Gliedmaßen.

Die amerikanische Variante ist kräftiger gebaut, mit breitem Kopf, runden Augen, kurzer Schnauze und allgemein kompakterem Körperbau.

Trotz der Unterschiede sind beide Typen mittelgroß, muskulös und wirken beim Hochheben schwerer als sie aussehen – oft beschrieben als "ein Ziegelstein in Seide gewickelt".

Fell und Farben

Das Fell der Burmesenkatze ist kurz, fein, glänzend und hat eine satinartige Textur. Die Farbe soll einheitlich sein, mit nur minimaler Aufhellung an Bauch und Innenschenkeln. Deutliche Streifen oder Flecken gelten als Fehler.

Ursprüngliche Farbe:

Ein tiefes Dunkelbraun, bekannt als Sable (USA), Brown (UK/Australien) oder Seal (Neuseeland).

Diese Farbe entsteht durch das sogenannte Burmese-Gen (cb), das die Pigmentbildung abschwächt und so für die charakteristische Tönung sorgt.

Anerkannte Farben:

In Großbritannien: Braun, Schokolade, Blau, Flieder, Rot, Creme sowie Schildpatt-Varianten.

In den USA: Sable, Blau, "Champagne" (Schokolade) und "Platinum" (Flieder).

Weitere seltenere Farben: Zimt, Rehbraun, Karamell, Apricot sowie "Russet" – eine Mutation, bei der die Fellfarbe im Laufe der Zeit aufhellt.

Kurzfassung auf einen Blick

Merkmal

Europäisch

Amerikanisch

Kopf

Keilförmig

Breit & rund

Körper

Schlank

Kompakt & kräftig

Augen

Mandelförmig

Rund

Gewicht

4–6 kg

4–6 kg

Genetik der Burmesenkatze

Das Burmesen-Gen kommt auch bei verschiedenen anderen Katzenrassen vor, insbesondere bei etablierten Rex-Rassen, wo es in homozygoter Form (cbcb) vollständig ausgeprägt sein kann – bekannt als Burmese Colour Restriction oder Sepia-Färbung. In Kombination mit dem Siam-Gen (cbcs) entsteht eine sogenannte "Mink"-Färbung, bei der entweder dunklere Points oder ein warmes hell- bis dunkelbraunes Fell entsteht, das dem burmesischen „Chocolate“ (in den USA als „Champagne“ bezeichnet) ähnelt.

Auch verwandte Rassen wie die Asian Group tragen das Burmesen-Gen. Diese Katzen ähneln den Burmesen äußerlich, weisen jedoch unterschiedliche Farben und Muster auf. Singapura-Katzen sind immer homozygot für das Burmesen-Gen und zeigen ein geticktes Tabby-Muster. Bei manchen Snow Bengals mit nicht-blauen Augen wurde das Gen ebenfalls nachgewiesen.

Eine bestimmte genetische Mutation tritt häufig bei einer Zuchtlinie der Burmesenkatzen auf, die als "Contemporary Burmese" bekannt ist. Dabei handelt es sich um eine Deletion von vier Aminosäuren im ALX1-Gen. In heterozygoter Form führt diese Mutation zu Brachyzephalie (einem verkürzten Schädel). In homozygoter Form verursacht sie jedoch eine schwerwiegende Schädelmissbildung, den sogenannten Burmese-Head-Defect, der stets tödlich verläuft.

Charakter & Verhalten der Burmesenkatze

Die Burmesenkatze ist eine echte Persönlichkeit mit einem unverwechselbaren Charakter. Wer einmal einer Burmesin begegnet ist, vergisst sie so schnell nicht – denn diese Katzenrasse ist nicht nur schön, sondern auch äußerst charmant und menschenbezogen.

Burmesen gelten als äußerst anhänglich, kommunikativ und verspielt. Sie lieben es, im Mittelpunkt zu stehen und nehmen aktiv am Familienleben teil. Diese Katzen „unterhalten“ sich gern mit ihren Menschen, ohne dabei so lautstark zu sein wie Siamkatzen. Ihr sanftes Stimmchen setzen sie gezielt ein, um Aufmerksamkeit zu bekommen.

Ein besonderes Merkmal ist ihre soziale Natur: Burmesen sind selten Einzelgänger. Sie bauen enge Bindungen zu ihren Menschen auf und leiden oft, wenn sie lange allein bleiben müssen. Auch mit anderen Katzen oder sogar Hunden kommen sie meist gut zurecht – solange sie nicht ignoriert werden.

In ihrem Verhalten zeigt sich die Burmesenkatze intelligent und lernfreudig. Viele Burmesen lernen kleine Tricks, apportieren gerne oder öffnen Türen. Dabei bleiben sie oft bis ins hohe Alter verspielt und aktiv. Ihre Neugier und ihr Bedürfnis nach Nähe machen sie zu idealen Gefährten für Familien, Paare und Alleinstehende, die Zeit und Zuwendung bieten können.

Trotz ihrer Energie sind sie sehr feinfühlig – sie spüren Stimmungen und reagieren sensibel auf Veränderungen. Eine Burmesenkatze ist mehr als ein Haustier: Sie ist ein treuer Seelengefährte mit Herz und Charakter.

Haltung der Burmesenkatze in Deutschland

Die Haltung einer Burmesenkatze in Deutschland ist grundsätzlich unkompliziert – vorausgesetzt, man wird ihrem hohen sozialen und emotionalen Bedarf gerecht. Diese Rasse ist besonders menschenbezogen und braucht viel Aufmerksamkeit, Nähe und Interaktion. Wer häufig außer Haus ist, sollte daher unbedingt über die Anschaffung eines Artgenossen nachdenken. Eine Einzelhaltung ist für Burmesen meist nicht ideal.

Wohnungshaltung oder Freigang?

In Deutschland werden Burmesen in der Regel als Wohnungskatzen gehalten – nicht zuletzt wegen ihrer Zutraulichkeit und ihres mangelnden Gefahrenbewusstseins. Ein gesicherter Balkon oder ein katzensicherer Garten ist ideal, um der Katze frische Luft und Abwechslung zu bieten. Viele Halter entscheiden sich auch für eine reine Wohnungshaltung mit viel Spiel- und Kletterangebot, was bei dieser aktiven Rasse besonders wichtig ist.

Beschäftigung und Umgebung

Da Burmesen sehr verspielt und intelligent sind, benötigen sie eine anregende Umgebung. Kratzbäume, Intelligenzspielzeug, Kletterwände und regelmäßige Spieleinheiten mit dem Menschen sind essenziell. Sie langweilen sich schnell – eine reizlose Umgebung kann zu Verhaltensproblemen führen.

Rechtliches & Zucht

Die Burmesenkatze ist in Deutschland durch anerkannte Katzenzuchtverbände wie z. B. den 1. DEKZV oder Felidae e.V. vertreten. Wer eine Burmesenkatze aus seriöser Zucht kaufen möchte, sollte auf einen Stammbaum, Gesundheitsnachweise und artgerechte Aufzuchtbedingungen achten. Die Nachfrage nach Burmesen ist in Deutschland zwar nicht so hoch wie bei Maine Coon oder Britisch Kurzhaar, doch die Zahl verantwortungsvoller Züchter nimmt zu.

Gesundheit der Burmesenkatze

Die Burmesenkatze gilt grundsätzlich als robuste und langlebige Rasse, doch wie viele rein gezüchtete Katzen bringt sie auch eine gewisse Anfälligkeit für rassespezifische Erkrankungen mit. Bei guter Pflege und verantwortungsvoller Zucht kann sie jedoch ein Alter von 15 Jahren und mehr erreichen.

Typische Erbkrankheiten

Einige gesundheitliche Probleme treten bei der Burmesenkatze gehäuft auf – insbesondere in bestimmten Linien:

Burmese Head Defect: Eine schwere, immer tödlich verlaufende Fehlbildung des Schädels, die bei homozygoten Trägern einer Mutation im ALX1-Gen auftritt. Seriöse Züchter testen gezielt, um Trägertiere nicht miteinander zu verpaaren.

Hypokaliämie: Ein genetisch bedingter Kaliummangel, der zu Muskelschwäche führt. Symptome sind Zittern, Bewegungsunlust oder ein steifer Gang. Mit frühzeitiger Diagnose und Nahrungsergänzung gut behandelbar.

GM1-/GM2-Gangliosidose: Seltene, fortschreitende neurologische Erkrankungen, die bei Jungtieren auftreten können. Inzwischen existieren Gentests, um Trägertiere auszuschließen.

Diabetes mellitus: Einige Burmesen, vor allem australischer Herkunft, zeigen eine erhöhte Anfälligkeit für Altersdiabetes. Eine ausgewogene Ernährung und regelmäßige Gewichtskontrolle beugen vor.

Vorsorge & tierärztliche Betreuung

Regelmäßige Tierarztbesuche, Impfungen, Parasitenkontrolle und Routineuntersuchungen sind für die Gesunderhaltung unerlässlich. Züchter sollten ihre Tiere auf bekannte Erbkrankheiten testen lassen und Käufer entsprechend informieren.

Für wen ist die Burmesenkatze geeignet?

Menschen mit viel Zeit und Zuwendung

Burmesen sind extrem menschenbezogen und wollen fast immer in deiner Nähe sein. Sie lieben es, dir auf Schritt und Tritt zu folgen – ob beim Kochen, Arbeiten oder Fernsehen.

Familien mit Kindern

Ihre freundliche, verspielte und sanfte Art macht sie zum perfekten Familienmitglied. Kinder, die respektvoll mit Tieren umgehen, finden in ihr eine tolle Spielgefährtin.

Wohnungshaltung mit viel Interaktion

Auch ohne Freigang kann die Burmesenkatze glücklich leben – solange sie genügend Beschäftigung, Ansprache und Kletter- bzw. Rückzugsmöglichkeiten hat.

Menschen mit weiteren Katzen

Sie ist äußerst sozial und sollte nicht alleine gehalten werden. Ein Artgenosse – idealerweise ebenfalls verspielt und zutraulich – ist fast Pflicht.

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