
Serval-Katze: Herkunft, Haltung, Charakter & Rechtliches im Überblick
Die Serval-Katze stammt ursprünglich aus Afrika, wo sie in Savannen und Buschlandschaften beheimatet ist. Sie zählt zu den Wildkatzen und wurde nicht wie Hauskatzen über Generationen domestiziert. In Deutschland wird der Serval vor allem von Liebhabern exotischer Tiere gehalten und gelegentlich mit Hauskatzen gekreuzt, um Hybridrassen wie die Savannah-Katze zu züchten.
Aussehen & Größe
Servale sind deutlich größer als gewöhnliche Hauskatzen. Sie können bis zu 60 cm Schulterhöhe erreichen und wiegen zwischen 10 und 18 kg. Typisch sind ihre langen Beine, der kleine Kopf mit großen Ohren sowie das goldgelbe Fell mit schwarzen Flecken und Streifen, das an Leoparden erinnert.
Charakter & Verhalten
Servale sind sehr aktive, intelligente und neugierige Tiere. Sie haben ein starkes Jagdverhalten, springen außergewöhnlich hoch und benötigen viel Platz und Beschäftigung. Trotz intensiver Handaufzucht bleiben Servale in ihrem Wesen oft wild und sind daher nur bedingt als Haustier geeignet.
Haltung in Deutschland
Die Haltung eines Servals in Deutschland ist anspruchsvoll und nur mit einer offiziellen Genehmigung möglich. Ein normales Zuhause reicht nicht aus – sie benötigen ein großes, gesichertes Außengehege mit Rückzugsmöglichkeiten, Kletter- und Spielmöglichkeiten. Außerdem erfordert die Haltung viel Erfahrung im Umgang mit exotischen Wildkatzen.
Rechtliches & Kosten
Die Serval-Katze gilt in Deutschland als Wildtier und darf nicht ohne behördliche Genehmigung gehalten werden. Grundlage ist das Bundesnaturschutzgesetz (BNatSchG) sowie teilweise das Artenschutzrecht der Bundesländer. Wer einen Serval halten möchte, benötigt:
- Eine Haltegenehmigung von der zuständigen Naturschutzbehörde
- Einen Nachweis über geeignete Haltungsbedingungen, einschließlich eines großen, gesicherten Außengeheges
- Sachkunde-Nachweise, die belegen, dass der Halter Erfahrung mit exotischen Tieren hat
- Ein Serval darf nur von seriösen Züchtern oder mit gültigen CITES-Papieren gekauft werden. Der Handel ohne entsprechende Nachweise ist illegal.
Kosten
Die Anschaffungskosten für eine Serval-Katze liegen je nach Züchter und Herkunft zwischen 4.000 € und 10.000 €. Dazu kommen:
- Bau eines geeigneten Außengeheges: 5.000 € bis 20.000
- Monatliche Futterkosten: ca. 200 € bis 400 €, abhängig von der Fütterung mit Rohfleisch
- Regelmäßige Tierarztbesuche und Impfungen: jährlich mehrere Hundert Euro
- Hinzu kommen Gebühren für Genehmigungen und Kontrollen, die je nach Bundesland variieren können.
Die Haltung eines Servals ist somit mit hohem finanziellen Aufwand und strengen Auflagen verbunden. Wer einen Serval halten möchte, sollte sich frühzeitig bei den zuständigen Behörden informieren.
Ernährung
Servale sind Fleischfresser und benötigen eine naturnahe Ernährung, die aus frischem Fleisch, Geflügel, kleinen Beutetieren und gelegentlich Fischen besteht. Trockenfutter oder Fertignahrung ist ungeeignet, da sie nicht alle notwendigen Nährstoffe liefert.
Gesundheit & Lebenserwartung
Bei artgerechter Haltung können Servale bis zu 20 Jahre alt werden. Wichtig sind regelmäßige Gesundheitschecks bei einem Tierarzt mit Erfahrung im Umgang mit Wildkatzen. Häufige Probleme entstehen durch falsche Ernährung oder zu wenig Auslauf.
Für wen ist der Serval geeignet?
Der Serval ist kein Haustier für Anfänger. Er ist nur für sehr erfahrene Halter geeignet, die ausreichend Platz, Zeit und Wissen über exotische Tiere haben. Wer sich für einen Serval interessiert, sollte sich gründlich über die gesetzlichen Anforderungen und die hohen Verantwortlichkeiten informieren.

