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Artikel: Katze trifft Technik: Jetzt Expertengespräch lesen.

INTERVIEW

Katze trifft Technik: Jetzt Expertengespräch lesen.

Wie können moderne Technologien Katzen unterstützen, ohne ihre natürlichen Instinkte zu ignorieren? Am Rande der Pet Fair Asia 2026 in Shanghai hatten wir die Gelegenheit, mit unserem Experten für Katzenverhalten, Dr. Hiroshi Sato, über aktuelle Entwicklungen in der Katzenforschung, neue Trends bei Katzenprodukten und die Rolle moderner Technologie zu sprechen.

Für KUZMOTEC steht dabei eine Frage im Mittelpunkt: Wie können technische Lösungen so entwickelt werden, dass sie sich an den natürlichen Bedürfnissen der Katze orientieren – und nicht umgekehrt?

Katzenforschung als Grundlage für bessere Produkte

KUZMOTEC: Dr. Sato, schön, Sie hier auf der Messe zu treffen und mit Ihnen sprechen zu können.

Dr. Sato: Danke, das Vergnügen ist ganz auf meiner Seite.

KUZMOTEC: Warum sind Sie hier auf der Messe in Shanghai?

Dr. Sato: Viele der neueren technologischen Anwendungen für Haustiere kommen heute aus Asien, insbesondere aus Japan und China. Gleichzeitig spielt Japan eine wichtige Rolle in der Erforschung des Katzenverhaltens und der Katzenkognition. An der Universität Kyoto leistet beispielsweise Dr. Saho Takagi auf dem Gebiet der vergleichenden Kognitionsforschung sehr spannende Arbeit.

KUZMOTEC: Genau deshalb arbeiten wir mit Experten wie Ihnen zusammen und lassen aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse in unsere Produktentwicklung einfließen. Können Sie uns ein Beispiel dafür geben, wie Forschung die Entwicklung von Produkten beeinflussen kann? Und warum gewinnt die Katzenforschung gerade jetzt so stark an Bedeutung?

Dr. Sato: Ein gutes Beispiel ist die Art und Weise, wie Katzen ihre Umgebung visuell wahrnehmen. Lange hielt sich die Vorstellung, Katzen könnten lediglich Graustufen sehen. Heute wissen wir, dass Katzen durchaus Farben wahrnehmen – allerdings anders als wir Menschen. Bestimmte Farbbereiche können sie besser unterscheiden als andere.

Solche Erkenntnisse können beispielsweise bei der Gestaltung von Katzenspielzeug, aber auch bei der Farbgebung anderer Produkte berücksichtigt werden. Auch beim Charakat Bau spielt die Wahrnehmung der Katze bei verschiedenen Designentscheidungen eine Rolle.

Gleichzeitig ist noch etwas anderes passiert: In vielen Industrieländern gehören Katzen inzwischen zu den beliebtesten Haustieren überhaupt. Wir leben millionenfach mit einem Tier zusammen, über dessen Wahrnehmung, Denken und Verhalten wir erstaunlich lange vergleichsweise wenig wussten.

Der technische Fortschritt eröffnet uns heute völlig neue Möglichkeiten, bessere Produkte für Katzen zu entwickeln. Aber genau dabei müssen wir vorsichtig sein.

Nicht die Katze muss sich an das Produkt anpassen

KUZMOTEC: Inwiefern? Wo liegen die Risiken?

Dr. Sato: Wir dürfen nicht davon ausgehen, dass sich eine Katze an unsere Technik anpassen wird. Ein Produkt, das ihren natürlichen Instinkten oder ihrer Art, ihre Umwelt wahrzunehmen und zu verarbeiten, grundlegend widerspricht, wird langfristig nur schwer funktionieren.

Nicht die Katze muss sich an das Produkt anpassen – das Produkt muss zur Katze passen.

Das klingt selbstverständlich, wird bei der Entwicklung technischer Produkte aber erstaunlich häufig vergessen.

KUZMOTEC: Können Sie uns ein Negativbeispiel geben, um das zu verdeutlichen?

Dr. Sato: Ich sehe beispielsweise Laufräder für Katzen eher kritisch – zumindest dann, wenn sie als universelle Beschäftigungs- oder Trainingslösung präsentiert werden.

Katzen und Hunde bewegen und jagen völlig unterschiedlich. Ein Hund kann eine Beute über längere Strecken verfolgen. Eine Katze dagegen beobachtet zunächst, schleicht sich an und wartet auf den richtigen Moment, bevor sie in einer sehr kurzen, explosiven Bewegung angreift.

Eher wie ein japanischer Ninja. (lacht)

Natürlich gibt es einzelne Katzen, die ein Laufrad gerne benutzen. Aber genau das ist der Punkt: Bei der Entwicklung eines Produkts sollten wir vom natürlichen Verhalten der Katze ausgehen und nicht einfach ein Konzept von einer anderen Tierart übertragen.

Woran erkennt man ein katzengerechtes Produkt?

KUZMOTEC: Worauf sollten Katzenbesitzer achten, wenn sie neue Produkte für ihre Katze anschaffen?

Dr. Sato: Ich würde jedem Katzenhalter empfehlen, sich zumindest ein wenig mit den Grundlagen der Wahrnehmung und den natürlichen Instinkten seiner Katze zu beschäftigen.

Dazu findet man inzwischen viele gute Informationen – in Fachzeitschriften, auf seriösen Internetseiten und natürlich in wissenschaftlichen Publikationen. Wer die grundlegenden Verhaltensweisen seiner Katze versteht, kann häufig schon relativ schnell einschätzen, ob ein Produkt sinnvoll konzipiert ist oder nicht.

Allerdings gibt es natürlich auch unter Katzen enorme individuelle Unterschiede. Manche Tiere entwickeln Vorlieben, die man aus wissenschaftlicher Sicht kaum vorhersehen kann.

Es gibt zum Beispiel tatsächlich Katzen, die ausschließlich eine menschliche Toilette benutzen möchten. Ich hielt solche Geschichten lange für einen Mythos – bis mir zum ersten Mal selbst eine solche Katze begegnete.

Welche Themen werden die Katzenforschung künftig beschäftigen?

KUZMOTEC: Was bringt die Zukunft? Und an welchen Themen arbeiten Sie derzeit gemeinsam mit unseren Produktentwicklern?

Dr. Sato: Im Moment interessieren mich besonders drei Bereiche.

Der erste ist die Frage, wie Katzen mit längerer Abwesenheit ihrer Bezugspersonen und mit Einsamkeit umgehen. Katzen gelten traditionell als sehr unabhängige Tiere, aber wir wissen heute, dass die soziale Bindung zwischen Katze und Mensch wesentlich komplexer ist, als lange angenommen wurde.

Deshalb ist es interessant zu untersuchen, welche Auswirkungen längere Phasen des Alleinseins haben und wie sich mögliche Belastungen reduzieren lassen.

Das zweite Thema betrifft das Gedächtnis. Wir wissen inzwischen, dass Katzen Informationen aus einzelnen Erlebnissen speichern und später wieder abrufen können. Besonders spannend ist für uns die Frage, welchen Einfluss positive oder negative Erfahrungen darauf haben, wie eine Katze einen Menschen, einen Gegenstand, einen Raum oder auch ein neues Produkt anschließend bewertet.

Für die Produktentwicklung selbst ist das wichtig – noch wichtiger ist es aber möglicherweise für die Frage, wie wir eine Katze an etwas Neues heranführen.

Und das dritte große Thema ist Hitze. Ich war während der vergangenen Hitzewelle in meinem Zuhause in Deutschland. Gerade in Deutschland und anderen europäischen Ländern werden wir uns zunehmend damit beschäftigen müssen, wie wir Katzen während sehr heißer Perioden schützen können.

Dabei geht es nicht nur um Verhaltensforschung, sondern natürlich ebenso um veterinärmedizinische Erkenntnisse.

Wie gehen Katzen mit großer Hitze um?

KUZMOTEC: Ja, es war ausgesprochen heiß. Was können Sie Katzenhaltern konkret dazu sagen?

Dr. Sato: Wichtig ist zunächst, dass es nicht die eine Außentemperatur gibt, ab der es für jede Katze gleichermaßen gefährlich wird. Faktoren wie Luftfeuchtigkeit, Luftzirkulation, Alter, Gesundheitszustand, Fell und Körperbau spielen ebenfalls eine Rolle.

Katzen können ihre Körpertemperatur zudem nur eingeschränkt über Schweiß regulieren. Sie besitzen unter anderem an den Pfoten Schweißdrüsen, nutzen aber vor allem andere Strategien: Sie suchen kühlere Plätze auf, reduzieren ihre Aktivität und unterstützen die Kühlung durch Fellpflege.

Wenn eine Katze bei Hitze deutlich zu hecheln beginnt, sollte man das ernst nehmen. Starkes Hecheln, Teilnahmslosigkeit, Orientierungslosigkeit oder andere ungewöhnliche Symptome können Anzeichen einer Überhitzung sein und sollten nicht ignoriert werden.

Das Thema wird auch deshalb immer wichtiger, weil Klimaanlagen beispielsweise in Japan sehr verbreitet sind, in deutschen Privathaushalten bislang jedoch deutlich weniger. Wir müssen also darüber nachdenken, wie wir Katzen auch unter veränderten klimatischen Bedingungen eine sichere und angenehme Umgebung bieten können.

Ich glaube, dass hier in den kommenden Jahren noch viele interessante Lösungen entstehen werden.

Technologie sollte natürlichen Instinkten mehr Raum geben

KUZMOTEC: Wenn Sie die Entwicklung moderner Katzenprodukte in einem Gedanken zusammenfassen müssten – welcher wäre das?

Dr. Sato: Technologie sollte nicht versuchen, das natürliche Verhalten einer Katze zu verändern. Gute Technologie schafft vielmehr eine Umgebung, in der die Katze ihren natürlichen Instinkten möglichst frei folgen kann.

Wenn wir das bei der Entwicklung eines Produktes berücksichtigen, kann Technik tatsächlich einen Mehrwert schaffen – sowohl für die Katze als auch für den Menschen, der mit ihr zusammenlebt.

KUZMOTEC: Vielen Dank für das interessante Gespräch.

Dr. Sato: Sehr gerne. Bis bald.

Das Gespräch wurde auf Deutsch geführt und elektronisch aufgezeichnet. Für die Veröffentlichung wurde die Aufzeichnung mithilfe von KI transkribiert und anschließend redaktionell bearbeitet.

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